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ATP Challenger
„Andi“ greift bei ATP wieder an!

ATP Challenger: „Andi“ greift bei ATP wieder an!
Der Meerbusch-Sieger von 2015, Andreas Haider-Maurer, greift nach einer langwierigen Verletzung wieder auf der ATP tour an. FOTO: Raffel
Büderich. Der Meerbusch-Sieger von 2015, Andreas Haider-Maurer, greift nach einer langwierigen Verletzung wieder auf der ATP tour an. Der sympathische Österreicher stand dem Extra-Tipp Meerbusch Rede und Antwort.


Andi, Du hast nach über 18-monatiger Verletzungspause im Juni wieder Dein erstes Profimatch gespielt. Wie geht es Dir?

Haider-Maurer: Mir geht es Woche für Woche besser und ich freue mich riesig endlich wieder voll spielen zu können. Nach dieser schweren Zeit genieße ich jeden Moment auf dem Tennisplatz.

Welche Art von Verletzung hat Dir so viele Schwierigkeiten gemacht?

Haider-Maurer: Ich habe mir Ende 2015 beim ATP Turnier in Wien das Band an der Fußsohle (plantar fascitis) eingerissen. Es ist eine sehr komplizierte Verletzung, da es schwer heilt und sich auch immer wieder entzündet. Schlussendlich hatte ich eine OP und es dauerte weitere elf Monate. Es gibt auch einige Spieler, die ebenfalls lange damit zu kämpfen hatten, wie zum Beispiel Tipsarevic, Almagro oder Tursunov.

Wie kann man solche Verletzungen vermeiden? Gibt es Vorbeugungsmaßnahmen gegen diese Form von Verletzungen?

Haider-Maurer: Es ist gar nicht leicht zu sagen, wie man es vorbeugen kann. Sehr wichtig ist bestimmt das Schuhwerk. Aber auch der regenerative Bereich für den Fuß wie Massagen, Dehnen der Wade und so weiter.
 
Was kann man während einer so langen Verletzungspause machen? Fitnesstraining? Mentaltraining?

Haider-Maurer: Ja, ich habe natürlich immer wieder im Fitnessbereich gearbeitet. Es war aber sehr schwer, da ich über lange Zeit (ca. fünf Monate) auf Krücken unterwegs war, weil es eben immer wieder stark entzündet war. Jedes Herumgehen machte es eine Zeit lang schlechter und daher war teilweise an ein Training nicht zu denken. Seit der OP habe ich aber schon regelmäßig Fitness trainiert und mich mental auf mein Comeback vorbereitet.

Du hast im Herbst 2015 mit ATP Position 52 stoppen müssen. Was ist Dein kurzfristiges Ziel bis zum diesjährigen Herbst? Wo soll es langfristig wieder hingehen?

Haider-Maurer: Mein Ziel ist es in erster Linie dass ich mich Woche für Woche steigere und ich mich auf dem Platz wieder wohl fühle. Nach 18 Monaten Pause ist nichts mehr selbstverständlich, was auf dem Platz passiert. Ich muss mir vieles wieder hart erarbeiten. Dafür werde ich auch alles versuchen. Mein langfristiges Ziel ist natürlich mein Career High von ATP 47 zu verbessern und dann auch die Top 30 zu erreichen. Das Wichtigste ist aber, verletzungsfrei zu bleiben und dass man es genießen kann, spielen zu können.

Wie sieht jetzt Deine kurzfristige Turnierplanung aus?

Haider-Maurer: Ich habe mit meinem Protected Ranking von Nr. ATP 63 Wimbledon, Umag und Hamburg gespielt. Danach noch einen Challenger in Italien und dank einer Wild-Card eben bei euch in Meerbusch. Danach stehen die US Open auf dem Programm. 

Wie wichtig war in Deiner Pause Dein Umfeld? Wie haben Dich Deine Ehefrau, Trainer und das Management unterstützt?

Haider-Maurer: Mein Umfeld war in der Zeit meiner Verletzung das Wichtigste für mich. 
Ohne sie hätte ich es nicht geschafft, durchzuhalten und wieder zu spielen. Alle haben mich immer aufgebaut und auch abgelenkt davon mich hängen zu lassen, wenn es eben wieder schlechter ging.

Du hast während Deiner Arbeit am Comeback einmal mit dem Schweizer Ski-Weltmeister Beat Feuz Tennis gespielt. Konntest Du von ihm etwas lernen?

Haider-Maurer: Ja das war recht witzig. Er ist ja fast mein Nachbar und spielt leidenschaftlich gern Tennis. Wir haben dann eben mal eine Stunde gespielt und ich konnte ihm, denke ich, auch gute Tipps geben. So wie er mir auch einige interessante Momente von der Streif (Kitzbühel) näher bringen konnte.

Sehen wir ab sofort einen neuen Andreas Haider-Maurer auf dem Court? Hast Du etwas an Deinem Spiel verändert?

Haider-Maurer: Von meiner Sichtweise hat sich sicher was verändert. Wenn man so eine Phase durchmacht, sieht man einiges anders. Vom Spiel her werde ich nichts großartiges ändern, aber natürlich immer wieder Kleinigkeiten, um mich auch weiter zu entwickeln. 

Du bist mit deinen 30 Jahren immer noch im besten Tennisalter. Hast Du dennoch bereits überlegt, was man nach der Tenniskarriere mit seinem Leben noch so alles anstellen kann?

Haider-Maurer: Ich habe noch einige Jahre vor mir und will das beste rausholen. Nach meiner Karriere werde ich sicherlich im Tennisbereich weiter machen.