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Warnung vor Stromwerbern

Warnung vor Stromwerbern
Thomas Mörs, Leiter des Kundenservice der Stadtwerke, warnt vor Haustürgeschäften und telefonischen Angeboten.
Meerbusch. Durch Anrufe und Mails besorgter Kunden sind die Stadtwerke Meerbusch auf fragwürdige Telefon- und Haustürangebote über angeblich neue Tarifangebote der stm aufmerksam gemacht worden. Verträge, die telefonisch oder an der Haustür abgeschlossen werden, unterliegen einem zweiwöchigen Widerrufsrecht und können rückgängig gemacht werden. Von Alexander Ruth

Erneut haben sich mehrere Kunden wegen dubioser Haustürbesuche und Telefonanrufe an die Stadtwerke Meerbusch (stm) gewandt. Dabei erwecken die Anrufer oder vermeintlichen Außendienstmitarbeiter den Eindruck, für die Meerbuscher Stadtwerke tägig zu sein und einen neuen, besonders günstigen Tarif, anzubieten.

Thomas Mörs, Leiter des Kundenservice, kennt die Methode genau: „Sie sind doch Kunde der Stadtwerke, da habe ich ein neues Angebot für Sie“, sprechen die Fremden Meerbuscher an. „Mit diesen Worten wird der Eindruck vermittelt, es handele sich am Telefon oder an der Haustür um einen Mitarbeiter der Stadtwerke Meerbusch, der da vor der Tür steht.“

Am Telefon werden persönliche Kundendaten (wie zum Beispiel die Zählernummer) abgefragt oder vorgegeben, eine Rechnung prüfen zu wollen. Thomas Mörs ergänzt: „Wir fordern unsere Kunden nicht auf, uns unsere eigenen Abrechnungen zu erläutern. Das wäre ehrlich gesagt absurd. Auch unterbreiten wir unsere Angebote stets schriftlich.“ Besondere Vorsicht ist bei unterdrückten oder unbekannten Rufnummern, insbesondere Mobilrufnummern, geboten. In diesen Fällen raten die Stadtwerke Meerbusch sofort aufzulegen, sich die Uhrzeit oder Telefonnummer zu notieren und unter der Rufnummer 02159 9137–333 über den Anruf zu informieren.

Er informiert weiter: Für einen gültigen Vertrag ist entscheidend, dass sich die zwei Vertragspartner darüber einig sind, welche Leistung für welche Gegenleistung erbracht werden soll. Demnach ist ein mündlich und am Telefon geschlossener Vertrag genauso gültig wie ein unterschriebener.

Doch gelten besondere Regeln für den Verkauf am Telefon. Anrufe ohne Einverständnis zu Werbezwecken sind unzulässig. Möchte eine Firma zu Verkaufszwecken telefonisch Kontakt mit einem Verbraucher aufnehmen, ist dies nur erlaubt, wenn dieser sich vorher ausdrücklich einverstanden erklärt hat. Kommt ein Vertrag nach einem Telefonat zustande, beträgt das Widerrufsrecht 14 Tage, allerdings erst nach Eingang der schriftlichen Bestätigung über das Widerrufsrecht. Gleiches gilt für schriftliche Vertragsabschlüsse.

Neben unerwünschter Telefonwerbung wird häufig an der Haustür für den Wechsel des Energieversorgers geworben. „Grundsätzlich sind Haustürgeschäfte nicht verboten. Die Angebote sowie Beratungen müssen aber seriös ablaufen, und Kunden dürfen nicht gedrängt oder überrumpelt werden“, warnt Vertriebsleiter Christian-Mario Sagner. „Unterschreiben sie nichts unter Zeitdruck und prüfen sie Angebote und Vertragsbedingungen gründlich. Im Übrigen unterbreiten wir gerne ein neues Angebot, wenn sie an einen Wechsel des Versorgers denken.“ Auch Verbraucherschutzorganisationen warnen regelmäßig vor Haustürgeschäften.

Wenn Stadtwerke-Mitarbeiter im Stadtgebiet unterwegs sind, handelt es sich außer bei Arbeiten an Gas-, Wasser-, Stromleitungen und der Straßenbeleuchtung häufig um Ableser für die jährliche Abrechnung. Dann allerdings informieren die stm rechtzeitig durch Pressemitteilungen und die eigene Internetseite. Zudem können sich die Mitarbeiter der Stadtwerke Meerbusch stets durch einen Dienstausweis legitimieren.

Bei Unklarheiten steht auch das Serviceteam der Stadtwerke telefonisch unter 02159 9137–333 oder persönlich im Kundenzentrum Am Pfarrgarten 1 in Büderich zur Verfügung. Das Kundencenter hat montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr geöffnet und samstags von 9 bis 13 Uhr.

(StadtSpiegel)