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Wir sind doch Latumer!

Wir sind doch Latumer!
Geschäftsführer und Inhaber Peter Frangen (l.) mit einem Teil seines Teams in Lank-Latum. FOTO: privat
Lank-Latum. Seit einigen Jahren ist in Lank-Latum die Durchfahrt für Lkw verboten. Immer wieder schlüpfen „schwarze Schafe“ durch. Das macht die Anwohner sauer. Jetzt meldet sich eine Lank-Latumer Spedition, die keine Lust mehr auf Beleidigungen hat. Denn für den Lkw-Verkehr gibt es Ausnahmen. Von Alexander Ruth

Ein silberner Sattelzug mit gelbem Sternenschweif passiert die Uerdinger Straße Richtung Gewerbegebiet „In der Loh“ in Lank-Latum – und für einige Meerbuscher steigt der Puls auf 180: Sie fixieren den Fahrer des Lkw kopfschüttelnd, werfen ihm Kraftausdrücke durch das geöffnete Seitenfenster entgegen (die an kein kindliches Ohr dringen sollten) oder machen Handyfotos als Beweismittel. „Manchmal ist auch der Mittelfinger dabei oder ein Fingerzeig an die Schläfe“, sagt Peter Frangen, geschäftsführender Gesellschafter der Frangen GmbH – ein Familienbetrieb in dritter Generation, mit Sitz im Gewerbegebiet „In der Loh“. Ein Unternehmen, das sich durch und durch als Lank-Latumer versteht. Und das ist die Krux an der Sache: Seit einigen Jahren ist die Durchfahrt über die Uerdinger Straße für Lkw gesperrt – aber Anlieger sind frei. Als Anlieger wird jemand verstanden, der in einer rechtlichen Beziehung zu den anliegenden Grundstücken steht oder jemanden besucht oder aufsucht, der Eigentümer oder Anwohner in entsprechendem Gebiet ist. Und Lanker würden bei ihrem „Protest“ gegen Lkw nicht differenzieren.

„Seit über 30 Jahren ist In der Loh unser Zuhause.“ Es schmerze mittlerweile sehr, wie angefeindet die Lanker Lkw-Fahrer werden. Das Unternehmen betrachte sich als Teil der Gemeinschaft von Lank-Latum. Mitarbeiter gehen in Lank-Latum oder Nierst in den Sportverein oder sind Schützen. Als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb führt die Frangen GmbH Transporte von Schüttgütern durch, die täglich in der Material- und Abfallwirtschaft anfallen.

„Wir beobachten mit Sorge die anhaltend wachsende negative Grundhaltung vieler Mitbürger gegenüber dem Transportgewerbe“, so Frangen und weiter: „Natürlich verstehen wir die Bedenken der Anwohner aufgrund des sich ausbreitenden Gewerbegebiets im Krefelder Hafen. Leider treffen die Initiativen von Stadt, Polizei und Anwohnern gegen den passierenden Lkw-Verkehr jedoch ganz besonders uns, als Anlieger.“ Die Lank-Latumer Spedition würde sich wünschen, wenn die „Protestler“ genauer hinschauen würden, wem sie ihren Unmut entgegenschmeißen. „Wir gehören seit Jahrzehnten zu Lank-Latum und sind stolz darauf“, so Peter Frangen.

(StadtSpiegel)