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Meerbuschs goldene Voltigierer

Meerbuschs goldene Voltigierer
Haben die Goldmedaille nach Meerbusch geholt: Meerbuschs Voltigierer. FOTO: Privat
Meerbusch. Der Deutscher Voltigierpokal geht ans VZM Meerbusch. Von Kellys Grammatikou

Mit „Nachbarschaftshilfe“ zur Goldmedaille: Dass der Deutsche Voltigierpokal jetzt im Voltigierzentrum Meerbusch (VZM) an der Willicher Hardt steht, ist einer beispielhaften Kooperation zu verdanken. Denn das Team 1 des VZM errang den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte auf dem Pferd „Feel The Beat“ mit Longenführerin Christina Ender vom RVV Equus aus Rheurdt.

Eine Verletzung ihres Pferdes Dainty Dancer hatte für Hoffen und Bangen um den Start beim Saisonhöhepunkt im schleswig-holsteinischen Niebüll gesorgt. Zehn Tage, bevor die Fahrt in den hohen Norden losgehen sollte, stand fest: Dainty ist nicht fit, das VZM fährt nicht zur nationalen Meisterschaft der M-Gruppen. Also wurde die Ersatzmannschaft vom RVV Equus verständigt. Hier stellte sich heraus: Das Team kann nicht vollständig antreten. So kam es zur Idee: die Voltigierer aus Meerbusch, das Pferd von Equus. Das Probetraining verlief erfolgreich. „Es hat sofort gepasst“, meinte Christina Ender.

Das fanden auch Paula Hagedorn, Rebekka Hänisch, Nina Kamp, Nele Meller, Selda Pascha, Anne und Ina Schultze und Pia Todtenhöfer mit ihren Trainerinnen Sophie Haselhoff und Anna Blum. Die Mädchen schlossen „Toni“, wie Feel The Beat genannt wird, gleich ins Herz, denn der entspannte Riese (Stockmaß 1,86m) machte ihnen die Umstellung mit seiner gleichmäßigen Galoppade nicht schwer. Und sie waren fest entschlossen, mit ihrer kreativen und schwierigen „Peter-Pan-Kür“ den Bronze- und Silbermedaillen aus den Vorjahren jetzt Gold folgen zu lassen.

Dieser Plan ging eindrucksvoll auf. Schon im Qualifikationsdurchgang holte das Team den Sieg in seiner Startergruppe und lag mit der Wertnote 7,2 klar an der Spitze des Feldes. Außerdem wurden Nina Kamp für die beste und Rebekka Hänisch für die drittbeste Pflicht geehrt. Auch „Tonis“ Leistung beeindruckte die Richter: Er bekam den Preis als bestes Pferd mit Christina Ender als bester Longenführerin.

Jetzt hieß es, im Finale der Favoritenrolle gerecht zu werden. Nach der Pflicht lag das VZM vorne, aber der Abstand war nicht groß. Und die Verfolger turnten ihre Küren tadellos. Als das VZM als letztes Team einlief, war daher klar: Alles muss klappen, sonst ist der „Pott“ weg. Und es klappte! Nervenstark, konzentriert und mit viel Ausdruck und Präzision flog „Peter Pan“ ein letztes Mal durch den Zirkel.

Damit war klar: Nicht nur der Deutsche Voltigierpokal geht nach Meerbusch, sondern es war dem Team auch gelungen, den Kürpokal aus dem Vorjahr zu verteidigen – mit der beeindruckenden Kür-Gesamtnote von 8,6.

Und als „Toni“ und Christina Ender dann noch als bestes Pferd und beste Longenführerin des Turniers ausgezeichnet wurden, war das Glück perfekt.

Allerdings bedeutet die Final-Endnote von 7,1, dass das Team ab der nächsten Saison in der höchsten Startklasse S antreten muss. Vielleicht hat das VZM aber bald ein neues M-Team: Denn die L-Gruppe auf Rocco di Riccio (Longe Tanja vom Hagen) holte beim Turnier in Lobberich mit 5,8 für den 2. Platz die nächste Aufstiegsnote und machte damit ein äußerst erfolgreiches Wochenende für das VZM perfekt.

(StadtSpiegel)
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