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Fahrradfahrer „first“

Fahrradfahrer „first“
Der Fachbereichsleiter für Straßen und Kanäle, Matthias Unzeitig, Technischer Beigeordneter Michael Assenmacher und Thorsten Brockmann von der Stadtverwaltung haben die Fahrradstraße uin Büderich konzipiert. FOTO: aru
Büderich. Meerbusch hat seine erste „Fahrradstraße“. Parallel zur Büdericher Poststraße gelegen soll sie der erste Abschnitt eines städteweiten Netzes sein. Von Alexander Ruth

Meerbusch soll attraktiver, sicherer und angenehmer für Fahrradfahrer werden. Das ist ein Ziel, das sich die Stadt Meerbusch schon länger auf die Fahnen geschrieben hat, aber spätestens mit der Auszeichnung „Fahrradfreundliche Stadt“ haben Meerbuschs Politiker dies ernst genommen und ein umfangreiches Maßnahmenpaket im Rahmen des Fahrradwegekonzept beschlossen. Und jetzt hat Meerbusch seine erste „Fahrradstraße“ – an der Poststraße in Büderich. „Hier haben Radfahrer absoluten Vorrang im Straßenverkehr“, sagt Meerbuschs Technischer Beigeordneter Michael Assenmacher. 700 Meter lang ist die „Fahrradstraße“, die Umsetzung war nicht wirklich kompliziert: Parallel zur Poststraße lief sie vorher schon als Anliegerstraße. „Die Fahrradstraße darf ansonsten nur von Anwohnern mit Tempolimit 30 in Fahrtrichtung Landsknecht befahren werden.“ Zwischen der Düsseldorfer Straße und der Dückerstraße gibt es vier Furthen, die die Fahrradstraße queren. Dort wurden Markierungen auf dem Boden aufgebracht und Schilder gesetzt. Lediglich rund 5000 Euro hat das gekostet. Dazu sollen noch Polizisten-Schilder kommen, die die Autofahrer auf die Änderungen hinweisen. Das wird eine Umgewöhnung für Autofahrer und Anwohner. Denn: Alleine während der Vorstellung der neue Fahrradstraße an der Kreuzung Poststraße, Witzfeldstraße, Am Fronhof überfuhren einige Autofahrer das versetzte Stoppschild. Andere reagierte überrascht, hielten aber. Und auch Anwohner schauten vorbei. Dabei beschwerte sich eine BMW-SUV-Fahrerin, die Kinder würden dort zu wenig geschützt werden. Kurz: Sie ließ ihrem Ärger Luft. Die Verantwortlichen nahmen den Hinweis dankend zur Kenntnis, durften dann aber verblüfft zuschauen, wie sie gegen die Fahrtrichtung der neuen Einbahnstraße ihren Weg fortsetze – obwohl sie die ganze Zeit neben dem Schild stand. „Wir wissen, dass es eine Umgewöhnung für alle bedeutet“, sagt Michael Assenmacher. Die neue Fahrradstraße ist ein erster Schritt, um ein ganzes Wegenetz zu schaffen. „Es soll eine Ost-West-Achse entstehen“, so Assenmacher. Viele Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule und des Mataré-Gymnasiums nutzen den Weg jetzt schon. In diese Richtung soll auch noch eine weitere Verbindung entstehen, ebenso in die andere Richtung. „Vom Landsknecht nach Düsseldorf soll der Böhlerradweg führen“, sagt Assenmacher. Die Anträge seien gestellt, im September/Oktober könnte es so weit sein. Vier Wochen Bauzeit sind geplant. Aber auch am Standesamt vorbei soll ein Radweg entlanglaufen. Dieser soll dann in Büderich bis zum Friedhof führen – von dort aus, das wissen kundige Radfahrer, sind die Rheingemeinden mühelos und schnell mit dem Rad zu erreichen. Und nicht nur in Büderich soll gewerkelt werden: Neben den Gleisen von den Haltestellen „Hoterheide“ und „Kamperweg“ soll unter anderem ein Fahrradweg entstehen. Dazu sind noch viele weitere Wege und Maßnahmen in Meerbusch geplant, in den kommenden drei Jahren soll Meerbusch sein Gesicht fahrradfreundlich verändern. „Und das in einer Stadt, in der Ende 2017 31.000 zugelassene Fahrzeuge gezählt wurden, Dienstwagen sind da gar nicht eingerechnet“, sagt Michael Gorgs, Sprecher der Stadt Meerbusch. Meerbusch zählt rund 56.000 Einwohner.

(Report Anzeigenblatt)
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