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„Vorzüglich zu lesen“

„Vorzüglich zu lesen“
Die Autoren und Verantwortlichen des Heimatkreis Lank bei der Vorstellung des „Dä Bott“ in der Teloy-Mühle. FOTO: aru
Lank-Latum. Die neue Ausgabe des „Dä Bott“ ist jetzt erschienen. 17 Autoren knöpfen sich auf 109 Seiten wieder Heimatgeschichte vor. Von der Villa Löwenburg bis hin zum ersten Lanker Kaufhaus ist wieder viel Interessantes dabei. Und am Ende steht sogar ein Mord im Raum. Von Alexander Ruth

Er ist bunt und in 3D: Der „Dä Bott“ ist jetzt erschienen und kommt mittlerweile nicht mehr als lose Blattsammlung daher, sondern als „attraktives“ Heft, das in jedes Bücherregal passt. „Und man kann ihn natürlich vorzüglich lesen“, sagt Franz-Josef Radmacher, Vorsitzender des Heimatkreis Lank. Auf 106 Seiten haben 17 Autoren ihre Geschichten aus dem heutigen Lank-Latum aufgeschrieben. „Das ist eine beachtliche Leistung, dafür, dass wir alle Ehrenamtliche sind“, sagt Radmacher. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Diesmal unter anderem als Autor dabei: Johannes Werner aus Langst-Kierst. Er berichtet über die Kirchenfenster von St. Martin in Langst-Kierst, die die sieben Sakramente und die Heiligen St. Bonifatius und St. Martin darstellen. Entworfen hat sie der Krefelder Glasmaler Josef Strater zwischen 1945 und 1955. 2015 wurden sie infolge eines „Dumme-Jungen-Streiches“ (Steinwürfe) stark beschädigt und mussten renoviert werden. Aber auch Meerbuschs bekannte Historikerin Dr. Rosemarie Vogelsang ist wieder mit dabei. Sie hat sich die Villa Löwenburg (130 Jahre alt) vorgenommen. Der „Mundart-Papst“ Johannes Toups erinnert sich in „Dä Bott“ an den ersten Langst-Kierster Martinszug nach dem Zweiten Weltkrieg“, Theo Haefs hat die „Alte Töpferei“ an der Mühlenstraße unter die Lupe genommen. Dabei haben die Verantwortlichen bereits die Zukunft im Blick: „Der Heimatkreis Lank ist immer über Ideen und Anregungen dankbar“, sagt Franz-Josef Jürgens vom Heimatkreis Lank. Bei der Vorstellung des „Dä Bott“ spielten sich die Anwesenden gar selbst den Ball zu. In der neuen Ausgabe ist ein Bild des Lanker Kaufhauses von Inhaber Lorenz Reiners zu sehen (S. 77). Dieses grenzte um 1900 direkt an das Haus Baumeister. Dazu wusste ein Anwesender: „Der Inhaber wurde darin erschlagen, der Mord wurde nie aufgeklärt.“ Eines war aber wohl klar: Inhaber Lorenz Reiners soll ein Tausendsassa gewesen sein. Was er nicht hatte, konnte er besorgen. Handwerklich war er auch sehr geschickt. Sein Name war weit und breit bekannt. Er hatte nur eine Marotte: Wer nicht zahlte, von dem hängte er ein Bild ins Schaufenster. Wenn das mal nicht eine Steilvorlage für den nächsten „Dä Bott“ ist? Der „Dä Bott“ wird an alle Mitglieder des Heimatkreis verteilt, geht an Universitäten und Bibliotheken und ist zudem auf Anfrage käuflich zu erhalten.

(Report Anzeigenblatt)