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Ein Abend rund um den Limes

Lank-Latum. Trotz des Ausscheidens der Deutschen Fußballnationalmannschaft trafen sich vergangenen Sonntag rund 50 heimathistorisch Interessierte auf Einladung des Heimatkreises in der Lanker Teloy-Mühle. Von Kellys Grammatikou

Klaus Vorwald, gebürtiger Westphale (aber schon seit 40 Jahren Wahlrheinländer) und nebenberuflicher Student der Archäologie, referierte über den aktuellen Forschungsstand zum Niedergermanischen Limes. Mit großem Enthusiasmus und sichtbarer Begeisterung für die doch recht trockene Materie nahm Vorwald die Anwesenden mit auf eine Reise zu den Barbaren (abgeleitet von der lautmalerischen Verballhornung „Ba Ba Ba“ als Sinnbild für eine unverständliche Sprache), Germanen (Ger = Speer) und alten Römern und ihr kaputtes „Meissener“-Porzellan. Die „Limes“-Region war Jahrhunderte lang die europäische Außengrenze des römischen Reiches, hin zum „wilden“ Gebiet der „unbeugsamen“ Germanen. Wie man mittlerweile herausgefunden hat, war er aber in erster Linie keine schwer bewachte Reichsgrenze, sondern viel mehr ein blühender Wirtschaftsraum. Alle Anrainer profitierten von der Wirtschaftskraft des Imperium Romanum, auch die Germanen selbst, die regen Handel mit den Römern trieben. Zahllose Funde aus römischer Zeit, auch auf dem Stadtgebiet des heutigen Meerbusch, zeichnen ein immer klarer werdendes Bild der Vergangenheit für die zahlreichen Archäologen und Laienforscher, die heutzutage die niederrheinische Landschaft umgraben. Gerne möchte man dem Wunsch Vorwalds entsprechen und ein Niedergermanisches-Limes-Zentralmuseum eröffnen. „Bis es soweit ist, werden aber wohl viele dieser Funde noch in diversen heimischen Kellern liegen, wie u.a. beim Heimatkreisvorsitzenden Jupp Radmacher, und auf eine geeignete Ausstellungsfläche warten“, wie Georg Neuhausen vom Heimatkreis unter allgemeinem Schmunzeln der Anwesenden in die Runde einwarf. Insbesondere Vorwalds Schilderung einer römischen Therme scheint perfekt für das nächste „Upgrade“ des Meerbuscher Meerbads: „Wand- und Fußbodenheizung, imposante Mosaike, Kunstwerke in jeder Ecke, Einkaufs- und Ruhemöglichkeiten“.

Bei weiterführendem Interesse verweist Klaus Vorwald gerne auf seine Web-Seite www.niedergermanischer-limes.de.

(StadtSpiegel)
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