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Regenschirme statt Forum-Vordach

Regenschirme statt Forum-Vordach
Marc Becker von der Fraktion Die LINKE und Piratenpartei würde gerne Regenschirme an die Besucher des Wasserturms verteilen. FOTO: Piraten
Meerbusch (aru). Der Eingangsbereich des Forum Wasserturm soll neu gestaltet werden. Seit Monaten reichen Meerbuschs Fraktionen diverse Anträge beim Ausschuss für Bauen und Umwelt ein, um die Kosten zu reduzieren oder die Pläne zu ändern. Einen etwas anderen Ansatz hat jetzt Marc Becker von der Fraktion Die LINKE und Piratenpartei gewählt. Von Alexander Ruth

Der Eingangsbereich des Forum Wasserturm soll erneuert und damit auch verbessert werden. Seit Monaten ringen Meerbuschs Parteien um Kosten und Pläne. Dabei immer wieder in der Kritik: die zu hohen Kosten. Von einer Ausgangsvariante von 590.000 Euro konnten sich Meerbuschs Politiker zu einer Kostenreduzierung auf aktuell 460.000 Euro einigen. Doch das ist manch einer Fraktion immer noch zu viel. Was im Eingangsbereich innen und außen geändert wird, ist daher noch nicht sicher. Immer wieder im Spiel und von vielen gewünscht: ein Wetterschutz vor den Eingangstüren. Jüngst hatte die FDP erst vorgeschlagen, als günstige Variante ein Sonnensegel zu installieren, dass je nach Wetterlage ein- und ausgefahren werden könnte. Preis: unter 30.000 Euro. „Schon jetzt wird jeder der prognostizierten 29 000 Besucher des Forums Wasserturm mit 8,90 Euro subventioniert (Haushalt 2017, Planzahl), bei Realisierung der Umbauvariante läge der Zuschuss entsprechend höher“, hatte FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Rettig im Mai kritisiert. Für Marc Becker von der Fraktion Die LINKE und Piratenpartei sind die Kosten in Höhe eines neu gebauten Eigenheims im mittleren Preissegment generell viel zu hoch – er sieht das Kostengezerre mittlerweile mit Humor. Sein Vorschlag: Anstelle der zur Wahl stehenden, sehr kostenintensiven Alternativen zur Neugestaltung der Eingangssituation für das Forum Wasserturm sollen Regenschirme mit dem Schriftzug und Logo/Wappen der Stadt Meerbusch angeschafft und diese im Eingangsbereich des Wasserturms für die Besucher bereitgestellt werden.

„Erklärtes Ziel ist es, dass die Nutzer diese Schirme mitnehmen und die Stadt Meerbusch durch das Nutzen der Schirme in aller Welt, für das finanztechnisch umsichtige Handeln des Stadtrates, bekannt und weithin sichtbar machen“, so Becker. Weiter: „Der Bund der Steuerzahler würde sicherlich auch ein Exemplar haben wollen.“ Denn: Die Notwendigkeit für die Errichtung eines Vordaches im Eingangsbereich des Forum Wasserturm wäre immer damit begründet worden, den Besuchern eine „witterungsgeschützte Zugangssituation“ zu verschaffen. Für Marc Becker sprechen seine errechneten Zahlen für Regenschirme: Das Forum Wasserturm hatte im Jahr 2017 eine Besucherzahl von 30.266 Personen und laut Wetterdienst gab es im gleichen Jahr insgesamt 185 Regentage. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass jedem Besucher (insgesamt ca. 13.680 Besucher) an jedem Regentag je ein Regenschirm geliehen würde (76 Cent Einkaufpreis), bedeute dies für die Stadt Meerbusch im Jahr einen finanziellen Aufwand von etwa 1.237,60 Euro (unter der Annahme, dass jeder zehnte Besucher den Schirm anschließend nicht zurückgibt), so Becker.

„Mit anderen Worten: Für die geplanten Ausgaben von 460.000 Euro könnte man so kostengleich etwa 371 Jahre lang Regenschirme an die Besucher verleihen, oder wenn man jedem Besucher direkt den Schirm schenken würde immerhin 37 Jahre lang, wobei wir sogar davon ausgehen, dass die Schirme am Anfang häufiger mitgenommen werden würden und später eine reduzierte Mitnahme erfolgt, aufgrund einer eintretenden Sättigung. Selbst bei der kalkulierten FDP-Variante bedeutete dies immer noch über 24 Jahre lang Regenschirme für die Besucher.“

(StadtSpiegel)