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Die „König-Orgel“ spielte nur für sie

Die „König-Orgel“ spielte nur für sie
Die kfd-Frauen von Ossum-Bösinghoven auf der Treppe der Burg Satzvey. FOTO: Elisabeth Jatzkowski
Bösinghoven. Auch in diesem Jahr haben die Damen der kfd Ossum-Bösinghoven ihren Jahresausflug absolviert – und erlebten dabei eine richtige Überraschung. Von Alexander Ruth

Eigentlich hatten die Damen bei Andreas Warler, dem in Fachkreisen bekannten Organisten an der weltberühmten „König-Orgel“ im Kloster Steinfeld, nur „bescheiden angefragt“, ob er bereit sei, zwei Lieder für sie, die kfd Ossum-Bösinghoven, zu spielen, wenn sie anlässlich ihres Jahresausflugs im August den Tag in der dortigen Basilika ausklingen lassen wollten. „Als wir dann auf unserer sogenannten ’Vortour’ mehr oder weniger zufällig Zeugen einiger Improvisationen auf dieser Orgel wurden, erkannten selbst wir Laien, um welch großartiges Instrument es sich handelte“, sagt Wiltrud Dohms von der kfd Bösinghoven. Die Damen hatten ihren jährlichen Tagesausflug der kfd Ossum-Bösinghoven zur Burg Satzvey, nach Bad Münstereifel und zum Kloster Steinfel gemacht. Das Angebot von Andreas Warler, die Gruppe durch Kirche und Kreuzgang zu führen und den Tag mit einem kleinen Konzert zu beenden, nahmen sie „daher gerne später an“. Nach einem Vormittag mit reichhaltigem Frühstück im rustikalen Wappensaal der malerisch gelegenen Wasserburg Satzvey und einer launischen Führung durch die historischen Räume, hatten die Frauen in dem mit hübschen Fachwerkhäusern versehenen Erft-Städtchen Bad Münstereifel nach Herzenslust in den Geschäften nach Outlet-Ware Ausschau halten können. Fast keine Dame, die nicht fündig geworden wäre. „Für einige von uns reichte die dreistündige Freizeit kaum zum Essen, da die zahlreichen Lokale zumindest in der Außengastronomie um die Mittagszeit nahezu ausgebucht waren.“ Da kam die Fahrt ins höher gelegene, vom leichten Wind umwehte Örtchen Steinfeld gerade zur rechten Zeit, um im schattigen Klostergarten noch einen aromatischen Cappuccino mit verlockend leckerem Apfelkuchen zu genießen.

Auch wenn es einigen schwerfiel, sich von Café und Klosterladen zu trennen, so bot der kühle Kirchenraum einen angenehmen Ausgleich. „Dort empfing uns Andreas Warler dann schließlich zu einer interessanten Führung durch den Kreuzgang, dessen einst prächtig verglaste Fenster nach der Säkularisation durch die List eines Kölner Kaufmanns den Mönchen abhanden gekommen waren und zu großen Teilen heute im Royal Albert Museum in London aufbewahrt werden.“ Um die Schönheit dieser Glasmalerei zumindest in Ansätzen erahnen zu können, hatte man für viel Geld ein wertvolles Fensterbild zurückgekauft. In der Basilika selbst spannte Andreas Warler in seinen Ausführungen einen großen Bogen vom Mittelalter bis zur Neuzeit, wobei er anschaulich die einzelnen Stilepochen von der Romanik bis in die jüngste Gegenwart erläuterte. Am Grab des Heiligen Hermann-Josef lagen ausnahmsweise keine Äpfel, was dem Volksbrauch widersprach. Es folgte eine kurze „Orgelkunde“, die zum Verständnis der nachfolgenden Musik sehr hilfreich war. „Wir stellten fest, dass es dem Organisten mit Bravour gelang, uns mit der Auswahl seiner Orgelwerke die Klangfülle und Vielfalt dieses großartigen Instruments nahezubringen“, so Wiltrud Dohms.

Es war Andreas Warler sichtlich gelungen, die von der Musik der Renaissance bis heute hin richtigen Akzente zu setzen.

„Vor lauter Begeisterung hatten wir die Abreisezeit überzogen, was uns Dietmar, der Fahrer des Busunternehmens Welter aus Straelen, aber verzieh, da er selbst das Konservatorium besucht hatte.“ Auf der Heimfahrt dankten Ulla Kocken und Elisabeth Jatzkowski den Organisatorinnen – Wiltrud Dohms, Ulla Spanier und Elsa Vetter – für diesen schönen Tag und überreichten ihnen ein kleines Geschenk.

(Report Anzeigenblatt)
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