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War es Brandstiftung?

Strümp. Gefahr für Leib und Leben bestand zum Glück zu keinem Zeitpunkt. Doch Hinweise scheinen darauf zu deuten, dass es sich um Brandstiftung handelt: In Strümp ging ein leerstehendes Einfamilienhaus in Flammen auf – direkt neben dem Feuerwehrgerätehaus. Von Alexander Ruth

Am vergangenen Mittwochabend rückte die Feuerwehr zu einem irgendwie gewöhnlichen, aber gleichzeitig doch ungewöhnlichen Einsatz in Strümp aus. Denn: Rein theoretisch und mit einer Prise Humor gesehen hätten die Strümper Kameraden einfach nur das Feuerwehrgaragentor hochfahren und die Schläuche ausrollen müssen. Der Grund: Direkt neben dem Feuerwehrgerätehaus in Strümp auf dem Kaustinenweg kam es zu einem Brand in einem leerstehenden Einfamilienhaus. „Und das wird gerade abgerissen“, erklärt Frank Mohr vom Löschzug Strümp. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich keine Personen im Gebäude.

Die Ursache scheint nach Sicht der Feuerwehr Brandstiftung zu sein: „Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass in der Garage und im Gebäude versucht wurde, Feuer zu legen“, so Frank Mohr. Beide Brandherde konnten durch den schnellen Einsatz des Löschzugs Strümp mit zwei Trupps unter Atemschutz in der Entstehungsphase gelöscht und somit eine Brandausbreitung auf andere Gebäudeteile verhindert werden. Heikel für die Kameraden allerdings: Da in der Garage neben dem Hauptgebäude alte Mineralwolle in Säcken für den Abtransport gelagert wurde, ging die Feuerwehr entsprechend vorsichtig bei den Nachlöscharbeiten in der Garage vor. „In der Mineralwolle stecken kleinste Glaspartikel. Wenn man diese einatmet, setzen sie sich in der Lunge fest“, so Mohr. Nach dem Einsatz mussten daher mehrere Uniformen, die mit der Wolle in Kontakt gekommen waren, aufwendig gereinigt werden.

Und halb Strümp bekam den Einsatz mit: Aufgrund der einsetzenden Dämmerung wurde die Einsatzstelle großräumig ausgeleuchtet, die Osterather Straße war für die Wasserversorgung vom Hydranten für rund 45 Minuten voll gesperrt.

Der Löschzug Strümp wurde von den Kameraden aus Osterath sowie der Drehleiter der hauptamtlichen Wache und dem Führungsdienst unterstützt. Rund 45 Einsatzkräfte waren vor Ort. Die Polizei im Rhein-Kreis Neuss hat jetzt die Ermittlungen aufgenommen.

(Report Anzeigenblatt)