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So lange wie möglich daheim bleiben

So lange wie möglich daheim bleiben
Senioren wollen so lange wie möglich im eigenen Zuhause wohnen bleiben, mit Unterstützung kann dies oftmals gelingen. FOTO: djd/Büchmann/Seminare/Ulrike Fiedler
(djd). Senioren-Assistenten unterstützen ältere Menschen im häuslichen Umfeld. Von Kellys Grammatikou

Nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland derzeit knapp drei Millionen Menschen pflegebedürftig. Immer mehr von ihnen werden ambulant betreut – den Zahlen zufolge beträgt der Anteil 75 Prozent. Für diese Entwicklung sind zwei Ursachen denkbar. Zum einen könnte die Berichterstattung über die Situation in den Pflegeheimen dazu beigetragen haben, dass Menschen Angst vor dem Gang in eine solche Einrichtung haben. Zum anderen könnten aber auch die Pflegereformen der vergangenen Jahre Wirkung zeigen. Sie sorgen dafür, dass die Pflegeversicherung die Betreuung im häuslichen Umfeld finanziell stärker fördert als in der Vergangenheit.

Wenn es gelingt, Senioren so lange wie möglich mit Unterstützung im eigenen Zuhause wohnen zu lassen, müssten noch weniger Menschen ins Heim umziehen. Diese Unterstützung können ambulant tätige Senioren-Assistenten übernehmen. Sie sind Ansprechpartner und qualifizierte Begleiter durch den Alltag, sie unterstützen Senioren stundenweise und arbeiten präventiv. „Unsere Senioren-Assistenten wissen, welche finanziellen Erleichterungen Pflegebedürftigen zustehen, sie sind in der Region gut vernetzt und können weitere Unterstützungsangebote wie etwa Garten- und Putzhilfen organisieren“, erklärt Ute Büchmann, die seit zwölf Jahren Senioren-Assistenten ausbildet. Eine Senioren-Assistentin könne zudem die geistigen und körperlichen Potenziale älterer Menschen aktivieren und somit Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie erledige den Schriftwechsel mit Behörden und Pflegekasse und kümmere sich um viele Dinge des Alltags, die Senioren nicht mehr machen können und machen wollten. Senioren-Assistenten werden als qualifizierte Dienstleister im ambulanten Bereich aktiv, bevor Kräfte und Potenziale der älteren Menschen verloren gehen. Häufig können sie damit den Gang in eine Senioreneinrichtung ersparen und die soziale Teilhabe der Senioren am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Die 120-stündigen Ausbildung zur Senioren-Assistenz ist ein Gesamtkonzept aus Unterricht, Unterstützung durch ein bundesweites Netzwerk, kostenlosen Weiterbildungstreffen und einem eigenen kleinen Webauftritt mit Profiladresse im Vermittlungsportal der Senioren-Assistenten. Nach Ausbildungsabschluss bietet die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten (BdSAD e.V.) schlagkräftige Unterstützung.

Angeboten werden zehn Kursreihen im Jahr an den Seminarorten Kiel, Hamburg, Berlin, Leverkusen und Nürnberg.

(StadtSpiegel)